Aktuelles
29.06.2026
Hans Joachim Hochradl, Armin Steudle, Gabriele Kaiser
Malerei - Druckgrafik - Keramik
Vernissage am Mittwoch, 28. Januar 2026, 19:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. Januar 2026 bis 15. März 2026
Drei aus Wendlingen sind in dieser Ausstellung zu sehen. Und das ist auch schon die einzige Gemeinsamkeit der Künstler. Unter dem Titel Positionen stellen Sie ihre Werke aus und zeigen damit den Standpunkt zu ihrer Kunst. Armin Steudle malt gegenständlich faszinierende Motive in einer virtuellen Reise um die Welt. Hans-Joachim Hochradl Bilder wirken dagegen abstrakt und seine Zeichnungen und Druckgrafiken knüpfen an das motivische Repertoire von seiner Malerei an. Gabriele Kaisers Material ist Ton. Begegnungen mit Menschen, Tieren und anderen Kulturen geben ihr Anstöße für die Umsetzung in Ton.
Armin Steudle: Er malt thematisch eine Reise rund um die Welt. Reiseziele sind touristische Höhepunkte der jeweiligen Kulturen. Sie beinhalten Kulturdenkmäler vergangener Epochen, aber auch zeitgenössische Ansichten. Die Reise ist voller Neugier. Unvoreingenommen dokumentiert sie das Gesehene. Die Zusammenstellung von Steudles Malerei orientiert sich am Konzept des französischen Kulturministers André Malraux. Dieser hatte die Idee, die Höhepunkte der Weltkultur in tausend Meisterwerken abzubilden. Er betitelte sein Vorhaben als "Musée Imaginaire". Die Menschheitsgeschichte wird darin beschrieben.
Die Örtlichkeiten kombiniert Steudle häufig mit floralen Einsprengseln. Pflanzen werden in die Komposition collagehaft einmontiert. Sie beleben durch ihre Farben den Bildausdruck. Manchmal sorgen sie für mehr Bewegung durch ihre schräge Lage im Raum. Stacheln deuten Gefährdungen an, Pflanzen erhöhen die Spannung. Pflanzen sind der organische Gegenpart zur technischen Zivilisation. Sie überwuchern und überdauern das Zivilisatorische.
Neben den Pflanzen malt Armin Steudle häufig Transportmittel. Fahrzeuge, die Reisen ermöglichen. So malt er Autos, Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe und U-Boote. Alles neuzeitliche Motive aus dem 20. Jahrhundert. Diese Fahrzeuge sind häufig durch Unfälle beschädigt. Insgesamt spiegeln sie eine negativ zerstörerische Bedeutungsebene.
Steudles Weltwahrnehmung zeigt die Brüchigkeit und Gefährdung, die mit kultureller Höchstleistung einhergeht. Steudles Weltreise dokumentiert die Welt nicht als ästhetische Idylle, sie ist illusionslos und zeigt keine positive Utopie. Es geht um kulturellen Aufbau ebenso wie dessen Niedergang. Häufig bleiben nur Ruinen. Sie illustrieren einen Kreislauf, der die Epochen charakterisiert. Anfang, Höhepunkt und Ende und Neuanfang. Dies rund um die Welt.
Hans-Joachim Hochradl: Seine Malerei ist nie im eigentlichen Sinn abstrakt. Der Begriff des Abstrakten liegt zwar nahe, insofern seine Bilder immer wieder Anklänge an Dingliches zulassen, jedoch sind die Bildwelten eben nicht aus einem bewusst vorgenommenen Prozess der Abstraktion heraus entstanden, der seinen Ausgangspunkt notwendig in der Gegenständlichkeit hat, vielmehr entstehen die Bildmotive ganz direkt aus dem Akt des Malens heraus. Diese prozesshafte Arbeitsweise beinhaltet immer wieder Momente des Innehaltens, des Prüfens und Billigens, die dann über das weitere Vorgehen entscheiden.
Diese Begrifflichkeit des Überprüfens und Bedenkens führt auf den bezeichnenden Grundtenor seiner künstlerischen Haltung. Hochradl reflektiert sich und die Welt mit einem gesunden angebrachten Misstrauen, allzu Eindeutiges oder Offensichtliches wird kritisch hinterfragt. Dem entspricht eine beabsichtigte Uneindeutigkeit der Motivik, die dem Betrachter Raum für eigene Deutungen bietet. Seine Zeichnungen und Druckgrafiken knüpfen an das motivische Repertoire von seiner Malerei an.
Gabriele Kaiser: Ton ist das Material dass Gabriele Kaiser begeistert. Holt man den Ton frisch aus der Tüte lässt er sich verformen, drehen und strukturieren. Eine gewisse Zeit ist er beliebig veränderbar und man kann Vieles entstehen lassen. Der krasse Gegensatz dazu ist die Härte und die über Jahrhunderte lange Haltbarkeit des gebrannten Tons.
Sie verwendet verschieden stark schamottierte und unterschiedlich farbige Tonsorten. Engoben, Oxyde, Farbkörper und Glasuren machen die Arbeiten zusätzlich zur Struktur lebendig. Die Skulpturen werden bei 1.120 Grad bzw. 1.220 Grad gebrannt. .
Die Themen sind Begegnungen mit Menschen, Tieren, anderen Kulturen und Aufenthalte in der Natur. Sie geben Anstöße für die Umsetzung in Ton. Immer wieder Neues auszuprobieren halten die Spannung aufrecht. Uber allem steht die Freude an dem arbeiten mit Ton.
Vernissage: Mittwoch, 28. Januar.2026, 19:30 Uhr
Begrüßung: Steffen Weigel, Bürgermeister
Einführung: Dr. Tobias Wall, Kunstvermittler
Musik: Jochen Feucht, Saxophon
Dauer der Ausstellung: 29. Januar bis 15. März 2026
Öffnungszeiten: Donnerstag 15 bis 20 Uhr
Freitag, Samstag und an Feiertagen 15 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr
Begleitprogramm:
After-Work-Führung am Donnerstag, 26. Februar 2026, 18 Uhr
Finissage am Sonntag, 15. März, ab 16 Uhr
An beiden Terminen sind die Künstler und die Künstlerin anwesend
29.06.2026
Galerieverein der Stadt Wendlingen e.V.
Weberstraße 2
73240 Wendlingen
Telefon 07024 55458
(Der Anschluss ist nur während der Öffnungszeiten der Galerie erreichbar)
E-Mail: